. SINUSLIFT

Der Sinuslift ist ein Verfahren zur Anhebung des Bodens der Kieferhöhle, das auf die Implantatbehandlung bei Patienten vorbereitet, bei denen der zu tief liegende Boden der Kieferhöhle das ordnungsgemäße Einsetzen der Implantate verhindert.

Die Kieferhöhlen sind symmetrisch angeordnete, pneumatische Hohlräume, die zu der Gruppe der sogenannten Nasennebenhöhlen gehören und eine Verbindung zu den Nasengängen haben. Der Boden der Kieferhöhlen befindet sich auf beiden Seiten über den Spitzen der Wurzeln der oberen Zähne und reicht in der Regel von dem vierten bis zum siebten Zahn. Die Größe und die Topographie der Kieferhöhle ist individuell. Der Boden der Kieferhöhle kann durch eine Knochenschicht mit der Dicke von wenigen bis über zehn Millimetern (was am günstigsten ist) von den Wurzelspitzen getrennt sein. Es kommt auch vor, dass die Wurzelspitzen der Zähne, vor allem des oberen sechsten Zahns, sich im Bereich der Kieferhöhle befinden, nur mit einem dünnen Knochenplättchen und der Schleimhaut bedeckt, die die Höhle auskleidet. Diese Situation ist nicht so günstig, jedoch auch regelrecht und recht häufig anzutreffen.

Kommt es zum Verlust der Zähne, bildet sich der Alveolarknochen ohne Stimulation zurück und der Sinusboden senkt sich. Die Knochendicke ist in solchen Fällen zu gering, um selbst die kürzesten Implantate einzusetzen, weil deren Enden sich dann im Lumen der Kieferhöhle befänden, was unzulässig ist.

Eine Lösung ist in diesem Fall der Sinuslift. Es besteht in der kontrollierten Bildung des neuen Knochens durch Verflachung der Kieferhöhle. Dabei nutzt man den Mechanismus der gesteuerten Knochenregeneration. An der Stelle, die wir rekonstruieren wollen, wird das knochenbildende Material angebracht: ein synthetisches Knochenersatzmaterial oder der eigene Knochen des Patienten, entnommen bei der autogenen Transplantation

Einige Monate nach der Behandlung wird dieses Material aufgrund der regenerativen Eigenschaften des Organismus in ein vollwertiges, patienteneigenes Knochengewebe ungewandelt. In diesem Verfahren wird genau derselbe Mechanismus genutzt, durch den gebrochene Knochen wieder zusammenwachsen.

Bei dem Sinuslift gibt es zwei Methoden: die offene und die geschlossene.

Die offene Methode – besteht darin, dass man die Kieferhöhle durch die seitliche chirurgische Öffnung erreicht und auf dem Sinusboden das Knochenersatzmaterial oder das Knochengewebe platziert. Der größte Vorteil dieser Methode ist die Möglichkeit, den Sinusboden in einem viel größeren Ausmaß als in der geschlossenen Methode anzuheben. Wesentlich günstig ist auch die volle Zugänglichkeit des Sinus und die volle visuelle Kontrolle des Behandlungsbereiches. Handelt es sich um den Sinuslift im geringen Ausmaß, wird die Behandlung oft mit dem Einführen der Implantate kombiniert. Man kann so vorgehen, wenn die Menge des eigenen Knochens des Patienten, vor dem Sinuslift-Verfahren verfügbar, eine ausreichende Primärstabilität der Implantate gewährleistet. Im Gegensatz dazu wird der offene Sinuslift mit großem Ausmaß, wenn die Implantate keine Primärstabilität erhalten hätten, in der Regel mehrere Monate vor dem geplanten Einsetzen der Implantate vorgenommen.

Die geschlossene Methode – wird angewendet, wenn der Sinusboden nur im geringen Ausmaß angehoben werden muss. Dann wird die Kieferhöhle nicht geöffnet, sondern man nutzt die Knochenöffnungen für die Implantate und führt durch sie das Knochenersatz- oder das knochenbildende Material ein. Der Vorteil der geschlossenen Methode ist geringere Invasivität, schnellere Heilung und die Tatsache, dass die Implantat Implantate während der gleichen Operation eingesetzt werden. Der Nachteil ist der kleinere Ausmaß des Sinuslifts als bei der offenen Methode, fehlende visuelle Kontrolle des Behandlungsbereiches und die Gefahr, dass die Kieferhöhle versehentlich geöffnet wird, was den Arzt dazu zwingen würde, die Operation nach der offenen Methode durchzuführen.

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